L'œuvre

“Der Unsterbliche” ist ,ohne ein Mobil zu sein, ein Werk geschaffen aus den 45 Bewegungen der Figuren eines Schachspiels. Jeder Zug bietet eine neue Lesart durch das Formspiel der Figuren, die sich mal gegenüberstehen, mal neue Perspektiven öffnen, mal wiederholbare Formen schaffen.

Manche behaupten, dass die Referenzpartie ersonnen wurde anlässlich eines Abends, an dem Marcel Duchamp und Max Ernst sich aus Spass Zug-Kombinationen ausgedacht haben, die mehr auf der graphischen Schönheit des Spiels beruhten, als auf der spielerischen Qualität.

Durch den Spiegeleffekt und die Transparenz seiner riesigen Glaskreation wird dieses Werk noch überlegener. Sichtwinkel und Lichtreflexe werden ins Unendliche gesteigert.

Wie Verdet, ein Dichterfreund Picassos, es so schön sagt, “Das Schachspiel von Max Ernst ist ein Meisterwerk geworden von einer magischen Zauberkraft. Es hätte verdient, in einem Maya-Palast oder dem Sitz eines Pharaons” zu stehen.

So hat das Material Glas dem Holzmodell eine neue Kraft und ein ganz neues Formverständnis gebracht. So spiegelt sich, z.B. im Gesicht der Königin das ganze Schachspiel wider, und hebt dadurch ihre Weiblichkeit und ihren Rang hervor. Die Macht des Königs wird durch die Dicke seines Sockels unterstrichen, sowie seine Verbindung zu himmlischen Mächten durch den schrägen Schliff des Glases, die progressive Transparenz, die in der Unendlichkeit des Himmels aufgeht. Das Pferd scheint durch die Rundung seines Genicks auf dem Sprung zu stehen ins Licht, wie es die Spielregeln ihm erlauben…

Man begreift besser, warum, beim Tode von Max Ernst, der Almanach sein Werk einzig mit dem “Unsterblichen” illustrierte, , indem es als eine der grössten Skulpturen des XXsten Jahrhunderts bezeichnet wird.