Das Jahr des Wahnsinnes

Ende Dezember 1966 war eine Mannschaft von mehr als 10 Handwerkern beisammen und ein Industrie-Atelier in Murano war bereit, einen grossen Schmelzofen, der den gigantischen Ausmassen der Figuren entsprach, zu vermieten. Ein Arbeitsplan über 6 Monate wurde von der Mannschaft erstellt, aber das hiess, ohne den Perfektionsanspruch von Max Ernst zu planen, der manchmal mehrere Studien verlangte, ehe er sein Einverständnis zur Produktion gab. Max Ernst verfolgte die Realisation mit wahrer Passion.

Der beste Beweis für seine Zufriedenheit war der, dass er die Prototypen von Königin und König voller Stolz neben seinem Sessel aufstellte, während die gesamte Produktion noch lief.

Die Schwierigkeiten erwiesen sich weit umfangreicher, als Costantini und seine Mannschaft anfangs angenommen hatten. Noch nie waren derartige Massen Glas bearbeitet worden, und viele Probleme, bis dahin unbekannt, tauchten während der Produktion auf. Das verlangte stetigen technischen Erfindungsgeist. Herstellung von Riesenstäben, um die im Schmelz befindlichen Massen zu stützen. Metallgestelle zum Halten der Formen. Regulierbares Belüftungssystem während der Abkühlung…

Zahlreiche Störungen verzögerten die Produktion, wie eine unglaubliche Menge von Sprüngen und Brüchen der Massen, Zusammensacken infolge des Gewichtes der Figuren, die im heissen Zustand bearbeitet wurden. Mehrere Handwerker erlitten schwere Verbrennungen bei der Formgebung (mit Hand und mit Tüchern). Und noch schlimmer, der total erschöpfte Costantini musste sich einem Krankenhausaufenthalt von einer Woche unterziehen.

Doch endlich, Dezember 1967, 1 Jahr nach Beginn der Arbeiten, konnte das Schachspiel Max Ernst vorgestellt werden.

Augenzeugen berichten, dass Max Ernst bei seinem Anblick wie hypnotisiert war, und dass seine Adler-Augen fasziniert waren über die Realisierung seines Traumes. Nach seiner Rückkehr nach Seillans schrieb er die schönste Anerkennung: Das Schachspiel ist wunderbar geworden, ‘unsterblich’. Und dieser Name blieb dem Meisterwerk auf ewig.