Die Beherrschung des Materials
Mit Ausnahme einiger seltenen Bildhauer, die ihre Werke selbst ausführen, ist das Problem des Künstlers, ein zunächst nur auf dem Papier oder in Ton oder Gips bestehendes Werk in ein Material umzusetzen, das höchst anspruchsvoll zu bearbeiten ist und dadurch die Hilfe eines Spezialisten notwendig macht.
Die endgültige Schaffung einer Skulptur benötigt somit die Hilfe von Technikern, die spezialisiert in der Bearbeitung des gewählten Materials sind, wie Marmor, Metall , Holz, Bronze…
Bildhauerei ist eine Kunst, die eine intime Verbindung Künstler – Kunsthandwerken und Handwerker – Künstler bedingt. Diese Verbindung ist absolute keine Behinderung der Schöpfung, sondern vielmehr eine Phase des Wetteifers und der Wechselwirkung, die dazu beiträgt, das Kunstwerk und sein Material noch prächtiger erscheinen zu lassen.
So sind z. B. die meisten Mamorstatuen in spezialisierten Ateliers in Carrara entstanden, wie in dem des Carlo Nicoli. Dieser hat u.a. Meisterwerken den berühmten 6 m hohen “Daumen” von César ausgeführt. Statuen in Eisen entstanden in Ateliers, wo auch die Statuen von Picasso, de Calder oder Indiana. umgesetzt wurden. Bronzestatuen, wie die von Max Ernst, entstanden in Bronzeateliers, die die Modelle aus Ton oder Gips kopierten, vergrösserten und gossen.
Die endgültige Skukptur, sei es nun im Einzelstück oder in Serie, ein oder verschiedene Formate, ist fast immer das Resultat einer totalen Osmose von Künstler und Kunsthandwerker.
Somit wird der Kunsthandwerker fast ein “Deus ex machina”, der die Seele des Künstlers übersetzt.
Die logische Überlegenheit des berühmten Künstlers hat oft die wichtige Rolle des Handwerkers überschattet, und hat somit die technische Leistung ausgelöscht. Dabei ist in den meisten Fällen ihre Mitwirkung ein künstlerisches Plus, wie die des Dirigenten, der die Musik erst zu voller Entfaltung bringt.






